An der Weichsel, fern am Osten Stand ein Schucker auf dem Posten Sieh, da kam ein dufter Kunde Linke Trittchen, Zigarr‘ im Munde
„Ei, wohin, du dufter Kunde? Ei, wohin, zu dieser Stunde?" "Ach laß mich zieh'n, ich hab viel Eile Denn mein Kollege reist alleine.
"Dufter Kunde, bleibe stehen laß mal deine Fleppe sehen! und wenn du mich willst verkohlen werd ich dich ins Kittchen holen."
Nein o Schucker, sollst mich fleppen wirst mich nicht ins Kittchen schleppen, denn mir ist, als ob vor Jahren wir zwei beid' auf Reisen waren."
„Hör, Mathilde, mir geht's Licht auf! Gib mir deine Konnex-Hand drauf: Es war der Rhein, aus dessen Wogen du mich Kunden hast gezogen.
Und dann sind wir lange Zeiten herumgewalzt, ohn' zu arbeiten Dann kam die Trennung, lang ist's her als ich muß' ins Militär.
Keinen laß ich mehr verschütt geh'n sollt's mir gleich an meinen Kragen geh'n Und sollt' ich selbst zu dieser Stunde (wieder) walzen geh'n als dufter Kunde!"
„Halt, o Schucker, das hat Weile! Du unterschreibst doch keine Zeile. Läßt doch keinen geh'n in Frieden wie du mir es hast beschieden!"
Text: anonym , aufgezeichnet von Hans Ostwald " Lieder aus dem Rinnstein "
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