Ich hab' gerad Lust, mir fällt´s gerad ein, Damit ich´s Euch gleich sage?. Ich will einmal recht ehrlich sein. Bin´s doch nicht alle Tage.
So ehrlich sein, wie´s einer kann, Der heut´ noch hat Charakter Wohlauf! Sehn soll mich jedermann Jetzt nackt und immer nackter.
Erschrecken braucht ihr darum nicht, Ich mein´s ja bildlich nur, Ich bin ein arger Bösewicht Und sittlicher Natur. Ich bin ein rechter Geisterheld Und denke alles schief Genützt hab´ ich auf dieser Welt Bisher nur negativ.
Ich liebe den Berliner Duft. Bin ein verkommner Bruder. Ich glaub´ ich bin ein großer Schuft Und außerdem ein Luder.
Und außerdem ein Onanist Und außerdem versoffen. Ich glaub´, man hat im Straßenmist Mich oft schon angetroffen.
Da gleich ich zwar dem Rüffeltier, Das man auch anders nennt. Doch sonst bin ich ein Kavalier: Blasiert und impotent.
Bei jeder lustgen Sumpferei Bei jedem bessern Schwoof Und sonstwo bin ich gern dabei Als Lump und Philosoph.
Nun müßt´ ich doch recht traurig sein, Daß ich solch Luder bin... Das fällt mir nicht im Traume ein, Ich hege heitern Sinn.
Dieweil es mir ist so vorgekommen, Ich lach´ wie nicht gescheit Daß ihr, die hier sind, ausgenommen Viel größere Lumpen seid.
Text: Alfred Lichtenstein (1889 - 1914)
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